Philosophie
(Louis Mombu, Leiter Kulturfestival Integration)
Das Kulturfestival INTEGRATION will ein Zeichen setzen für mehr Respekt, Offenheit und Toleranz – dies in Zeiten restriktiver werdender Ausländergesetze, einer konstant bleibenden Immigration, aber auch einer politisch und medialen Instrumentalisierung und Stereotypisierung der Integrationsthematik und von MigrantInnen und speziell auch der Schwarzen und ausländischen Bevölkerung.
Das Kulturfestival erinnert daran, dass Integration uns alle etwas angeht! Integration verlangt nicht nur Anpassung seitens „des Fremden“, sondern vielmehr auch Neugierde, Toleranz, Respekt und Offenheit. Integration ist ein vielschichtiger – manchmal schöner, manchmal auch schwieriger – Austauschprozess zwischen Menschen unterschiedlicher Kulturen, Länder, Religionen, und Sprachen. Das Festival schafft eine Begegnungsplattform hierfür. Menschen jeglichen Alters, sozialer Schicht und kultureller Herkunft treffen sich in einem ungezwungenen Rahmen – wobei Stereotypisierungen aufgebrochen werden können. Das Festival thematisiert Chancen, aber auch Schwierigkeiten der Integration und des interkulturellen Zusammenlebens und ermöglicht KünstlerInnen, intellektuellen Frauen und Männern sowie Gewerbetreibenden – insbesondere aus dem Schwarzen Kulturraum – eine gemeinsame öffentliche Plattform und damit eine eigene Stimme. Wichtig ist dem Organisationskomitee, dass Kinder und Jugendliche durch die Programminhalte direkt angesprochen und so bereits in jungen Jahren für die Themen Rassismus, Integration und interkulturelle Begegnung sensibilisiert werden.
Kulturelle Unterschiede gibt es zwischen uns allen: Zwischen AusländerInnen und SchweizerInnen, zwischen Jung und Alt, zwischen Stadt und Land, zwischen dem Chef und seiner Angestellten. In unserer schnelllebigen Welt ist jeder und jede von uns einmal irgendwo, irgendwie AusländerIn oder einfach „der oder die Andere“ und möchte dabei in seiner Eigenheit toleriert werden. Der ehemalige UNO-Generalsekretär Boutros Boutros-Ghali hat einmal gesagt, es seien erst die kulturellen Unterschiede, die es überhaupt ermöglichen, von Integration zu sprechen. Wer Integration ablehne, lehne die Einzigartigkeit der Völker und ihrer kulturellen Identitäten ab.
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